Selten wird eine neue Technik verstanden, aber gerade das Beispiel Long Term Evolution (Auch als LTE bekannt) zeigt mal wider wie missverstanden Technologie sein kann.
Die beiden großen Anbieter planen LTE als Technologie dazu nutzen um die, leider immer noch, vorhandenen weißen Flecken im Bereich Internet Breitband Versorgung los zu werden. Weiße Flecken sind die Bereiche in denen kein/kaum Internet Breitband verfügbar ist. Ich persönlich wohne nicht in einem solchen weißen Fleck, aber wenn wäre ich glücklich wenn mir da geholfen werde würde ;-)
Klar kann man den meisten Telekommunikationsanbietern nicht trauen, aber würdet ihr euch nicht freuen, wenn ihr (endlich) einen, richtigen, Breitband-Zugang zum Internet haben könntet?
Ein klassisches Beispiel wie missverstanden LTE ist. Selbst, sogenannte, Experts in Wireless Broadband scheinen da so ihre Probleme zu haben:
Dass LTE überhaupt zur Überbrückung der letzten Meile in ländlichen Gebieten taugt, bestritt Bernd Schröder vom Beratungsunternehmen Brown-iposs, da je nach verwendeter Technik entweder die Indoor-Abdeckung oder die Reichweite mangelhaft sei. “Eine flächendeckende Versorgung auf Basis von LTE wird nicht klappen. Die Technik ist nur für den Mobilfunk geeignet.” Da zudem derzeit keine Endgeräte zur Verfügung stehen, helfe die Technik nicht, das ehrgeizige Ziel der Bundesregierung zu erreichen. Ins gleiche Horn stieß eco-Vorstand Klaus Landefeld: “Wir begrüßen ein bundesweites Datennetz für mobile Anwendungen – aber es löst nicht das Problem der Breitband-Versorgung.“
Na ja, genaugenommen ist es ja genau anders herum: LTE wird im ersten Step sicher nicht das klassische GSM/GPRS bzw. UMTS Netz ablösen, ganz im Gegenteil! Es ist sogar davon auszugehen, dass bei den meisten Anbietern im ersten Schritt nur Datendienste angeboten werden. Ich persönlich gehe davon aus, dass es sogar noch eine ganze Weile dauern wird bis es eine echte Integration der Netze (2/2.5G, 3G und LTE) geben wird. Dinge wie Handover zwischen den Netzen ist nicht so einfach zu realisieren.
Und mal ehrlich: Warum braucht man zur Versorgung von einigen (glücklicherweise) recht kleinen Punkten in Deutschland, sicher alles andere als eine „flächendeckende Versorgung“!
Richtig ist, dass es keine Endgeräte gibt, zumindest keine Telefone, einige Hersteller haben ja schon Modem Prototypen gezeigt. Im ersten Wurf wird es sicher nur Datengeräte geben. Im Moment sind die Datengeräte noch recht groß… Aber wer es zuhause als Breitband-Zugang nutzen will, der wird damit kein Problem haben. Wer trägt schon seinen Router zuhause rum und/oder will diesen mit aus dem Haus nehmen? Klar wäre es Verführerisch seinen Zugang immer dabei zu haben, aber darum geht es hier ja (noch) nicht.
Immerhin wäre ein Zugang mit um die 50 Mbps (Downlink), oder höher, sogar schneller als der den die meisten von uns derzeit haben. Abgesehen von einigen VDSL und/oder Kabel Kunden. Und Downlinks von 50 Mbps auf der Luftschnittstelle sollten bei LTE wohl kaum ein Problem sein!
Ganz im Gegenteil: Derzeit gehen die Hersteller und Anbieter davon aus, das es bis zu 300 Mbps im Downlink und 75 Mbps im Uplink mit Latenzzeiten unter 5 ms möglich sein werden. Gut, die Anbieter müssen dann natürlich den Traffic auch noch los werden.
Und die Anbieter müssen dann auch noch mal darüber nachdenken, ob man einem Kunden, dessen Haus mit LTE an das Internet angebunden ist, Nutzung von typischen Internet Diensten wie VoIP oder IM wirklich per AGB verbieten sollte. Das wäre sicher nicht gut, zumindest nicht für den Endkunden.





























